Klimawandel im Freizeitpark

  • Efteling testet gerade in seiner Gastro ein deutlich pflanzlicheres Angebot. Das ist auf den ersten Blick vielleicht kein Thema für diesen Thread, aber auch der Einsatz von mehr pflanzlichen Produkten ist eine Maßnahme im Bereich des Klimawandels. Dazu muss man wissen, dass in den Niederlanden einer der Hauptverursacher von Kohlendioxid und Stickstoff. Das ist in den Niederlanden ein so großes Problem, dass die Regierung entsprechende Gesetze zur Verminderung von Stickstoffeinträgen in die Umwelt erlassen hat. Dieses wird im Grund von der Viehwirtschaft weitestgehend ignoriert und führt zu Problemen in anderen Bereichen, die auch einen negativen Einfluss auf die Umwelt haben.


    Mehr pflanzliche Produkte und Fleisch aus direkter Umgebung und von Bauern ohne Massentierhaltung hat damit also einen großen Einfluss. Hier ist Efteling gerade wieder mal auf dem Weg die richtigen Schritte zu tun, zu denen andere noch nicht wirklich bereit sind. (Wie bei uns, wo man um in der Autoindustrie nichts tun zu müssen, deren eigentlich dringend nötige Einsparungen auf andere Bereich umlegt, was sich zum Glück langsam rächt) Und das ist ja nicht das einzige Projekt in Sachen Klimaschutz, dass man in Efteling gerade umsetzt, denn auch die Mülltrennung im Park wird immer aufwendiger, entsprechend wird die Mülltrennung rund um die Gastronomie im Park gerade deutlich erweitert. Das bedeutet deutlich mehr Müllbehälter im Umkreis, diese dafür dann nach Kunststoff, Papier und Restmüll getrennt.


    Außerdem arbeitet man mit diversen niederländischen Universitäten daran, dass man auch in den Holle Bolle Gijsen schon eine Vorsortierung des Abfalls integrieren kann. Für dieses Projekt hatte man zuletzt noch mehrere Stellenausscheibungen veröffentlicht. Ich finde diesen Einsatz in Sachen Natur faszinierend, vor allem, wenn man sich vor Augenhält, dass Efteling eigentlich "nur" ein Freizeitpark ist.


    Mit dem Projekt der pflanzlichen Angebote wird sich auch das Menü der vegetarischen und veganen Mahlzieten vergrößern, so wird es auch in den Snackautomaten zukünftig mehrere vegetarische und vegane Angebote geben, wie vegane Käsetaschen oder fleischlose Frikandeln und Ragoutkroketten. Ich war bei meinem letzten Besuch schon überrascht, dass es sogar die Unox-Hotdogs mit einer veganen Alternative gab und sie war echt lecker.

  • Efteling und Vekoma haben gestern auf einer Veranstaltung der IAAPA ein neues Konzept vorgestellt, um Attraktionen in der Freizeitparkwelt nachhaltiger zu machen. Als Beispiel haben sie gemeinsam die Idee des "Twinkle-Coasters" entwickelt, den es auf der Vorstellung im Fata Morgana Eventcenter gleich in zweifacher Ausführunf zu sehen gab.



    Die Präsentation stand im Zeichen des "IAAPA Sustainability Day" und stelle eine Reihe von Ideen vor, wie man nachhaltiger Attraktionen bauen kann. Dabei lag das Augenmerk auf Baumaterialien und der Möglichkeit, Energieerzeugung mit in den Bau zu integrieren. Symbolisiert durch in die Spikes eines Shuttle-Coasters integrierten Windräder.



    Auffällig am passenden Modell ist die Gestaltung in einer Art Steampunk-Sympolica-Mischung. Scheinbar ist hier schon ein bisschen Strookrijk mit eingeflossen, denn dort erwarte ich ja nach dem Umbau des Efteling Hotels im Steampunk-Stil (nur Erdgeschoss mit Foyer und Restaurant / Bar) einen entsprechenden Ersatz für den gestrichen Circus Balance.


    Die Idee von Vekoma ist ein Coaster, der mehr oder weniger seine eigene Energie erzeugt, auch durch Rückgewinnunng der Bremsenergie. Bei dem vorgestellten Konzept handelt sich um eine Art Blue-Sky-Imagineering , also nicht um ein konkretes Projekt der beiden beteiligten Parteien. Das betonte auch Fons Jurgens in seiner Vorstellung. Auch wenn der Twinkle Coaster durchaus ganz gut in s Strookrijk pasen könnte, wurde er nicht dafür geplant ud wird so auch nicht in Efteling umgesetzt.

    • Official Post

    Könnte auch gut ins Toverland passen. Generell sieht es nicht schlecht aus.

    Ich finde nur doof dass mittlerweile jeder Park eine Achterbahn haben muss die mitten drin aufhört und rückwärts zurück fährt.

  • Ich kann dieses Rueckwaertsfahren nicht ab.
    Klar verstehe ich den kostenvorteil wenn man sich nur die Haelfte der Achterbahn hinstellen muss und die Schienen pro Fahrt doppelt ausnutzt.
    Aber die Rueckwaertsfahrt ist immer unangenehm (schwindel erregend) und langweilig (nichts neues, weniger schwung).
    Ein weiterer Nachteil ist die Kapazitaet.

    Ich muss auch sagen dass es immer mehr Attraktionen mit seitlich ueberschlagender Gondel gibt. Der Sky-Fly ist langsam ausgelutscht, dann erfindet man eben neue indem man alte Karussel-Konzepte nimmt und diese Gondeln anschraubt.

    Ist ja alles mal ganz nett. Aber am Ende besuchen wir die Parks doch eigentlich wegen ihrer AAA-Rides. Und da wuerde ich keinen Schuttle-Coaster den ich kenne zu zaehlen.

  • Es ist hier nur zufällig ein Shuttle-Coaster , wahrscheinlich um die Windräder nett mit in das Modell integrieren zu können. Das Konzept soll aber generell für jede Form der Attraktion umsetzbar sein.


    Und den Shuttle-Coaster jetzt gleich komplett schlechtzureden finde ich auch nicht fair. Wenn ich nur an die vielen Vekoma Boomerangs denke, die es eben auch kleinen Parks mit beschränktem Platz und Budget möglich gemacht haben, einen echten Thrillcoaster mit 6 Inversionen anbieten zu können, Auch der Familyboomerang hat seine Berechtigung und für die Zielgruppe ist das vor- und rückwärts fahren schon was besonderes.


    Außerdem gibt es bei einem Boomerang gleich mehrere Phasen in denen theoretisch Energie zurückgewonnen werden kann, also macht es das für einen nachhaltigen Coaster als Konzept natürlich extra sinnvoll.

    • Official Post

    Wie soll denn die "Rückgewinnung der kinetischen Energie" bei einem Coaster funktionieren?

    Normale Bremsen erzeugen Abrieb und Wärme, Wirbelstrom Bremsen erzeugen auch "nur" Wärme

    Gibt es ein Konzept eines umgekehrten LSM, der als Bremse dient?


    Interessante Idee, wobei Du die Energie ja nur am Ende der Fahrt zurück gewinnen kannst. Bei einem Boomerang wäre das zwischen drin ja eher kontraproduktiv.


    Gibts da irgendwo eine Stelle wo man über die Möglichkeiten der Rückgewinnung etwas nachlesen kann?


    Gruß Mikesch

  • Es gibt nur eine Presemeldung über das Projekt, da stehen aber auch keine Details drin. Dafür hätte man dann beim IAAPA Sustainability Day dabei sein müssen, befürchte ich. ICh weiß auch nicht, wie weit das Projekt eigentlich gekommen ist, ich glaube es geht vor allem um generelle Denkanstöße in Sachen Nachhaltigkeit in Freizeitparks. Man muss ja nunmal anerkennen, dass die Attraktionen alle ziemliche Stromfresser sind... die Idee zum einen den Stromverbrauch zu senken und vielleicht noch den benötigten Strom selbst vor Ort zu produzieren ist da ja nicht verkehrt.


    Zur Pressemeldung geht es HIER

  • Ein LSM Launch ist ein aufgeklappter Elektromotor. Ein Elektro-Motor kann genauso als Generator genutzt werden indem kinetische Energie in elektrische umgewandelt wird.


    Das wurde auch bereits beim Freischütz im Bayern-Park angewendet um die Supercaps (Kondensatoren) für den nächsten Launch wieder aufzuladen.

  • Efteling ist natürlich schon wieder viel weiter als andere, was man auch bei Danse Macabre wieder merkt, denn die hier durch den Betrieb entstehende Wärme wird über ein das ganze Gebiet umspannendes Leitungssystem zum Heizen anderer Gebäude genutzt. Efteling denkt Nachhaltigkeit einfach schon immer mit, wenn sie etwas bauen und planen. An das System sind neben denm Theater, Fabula und Aquanura (im Winter eisfrei!) auch Frau Boltes Küche und das Grand Hotel angeschlossen.

  • Eftelings Klaterwater-System habe ich hier im Forum ja schon mehrfach erwähnt und auch einmal ausführlicher erklärt, doch es gibt große Neuigkeiten: die Anlage soll in einem gemeinsamen Projekt mit Coca-Cola Niederlande in seiner Fläche und Leistung verdoppelt werden, um die seit den 90ern immer weiter sinkenden Wasserstände des Grundwassers in der Region wieder anzuheben. Es geht hier also nicht um Klimaneutralität, sondern um Klimapositivität. Mehr tun als nötig, um die Umwelt nicht nur zu schützen, sondern langfristig zu sichern und zu verbessern.


    Ursprünglich war das System von Efteling gebaut worden, um den eigenen Einfluss auf das Grundwasser zu verringern und später komplett auszugleichen. Jetzt geht man den Schritt weiter und wird auf natürliche Weise den Boden mit Wasser anreichern.