Efteling eröffnet Changing Places Toilette auf der Spielweide

  • Auf der Spielweide wurde in den letzten Wochen eine speielle Toilette für menschen mit einfacher oder mehrfacher Behinderung eröffnet. der Raum ist besonders groß, um einfach mit Rollstuhl befahrbar zu sein und verfügt über spezielle Hilfseinrichtungen, wie Lifter und Spezialbett.



    Das WC bietet alles, was auch Menschen(vor allem Kinder) mit einer mehrfachen Behinderung den besuch im Park möglich macht. Es ist erst die dritte dieser Einrichtungen in den Niederlanden. Das Konzept stammt eigentlich aus Großbrittanien, wo es über 2.500 dieser speziell ausgestatteten Toilettenanlagen gibt.

  • Wenn man nichts mit dem Thema zu tun hat fällt es einem schwer sich vorzustellen warum diese Toilette ein Bett hat. Wie lange soll der nächste denn warten bis er auch mal sein Geschäft verrichten darf.


    Aber es wird schon seine Gründe haben und sowas gibt es fast nirgendwo. Leute die sowas brauchen haben also nicht viele Orte an die sie gehen können um mal einen Ausflug zu machen und am öffentlichen Leben teilzunehmen.

  • Naja, das Bett hilft zum Beispiel, wenn ein größeres Kind eine Windel gewechselt bekommen muss, oder vielleicht auch ein Verbandswechsel nötig ist. Dieses WC wird nicht so häufig genutzt werden, denn es richtet sich an eine sehr spezielle Gruppe und liegt auch an einer sehr speziellen Stelle, als Ergänzung zu den anderen Toiletten im Umfeld.


    Das ist in etwa so wie die Still-Räume, die es im Park gibt. Die richten sich ja auch nur an eine eher kleine Gruppe unter den Besuchern, erleichtern aber auch denen ihren Aufenthalt. Oder die vielen Orte, an die man sich mit Kindern zurückziehen kann, die durch die vielen Reize schnell überfordert werden. Wenn man selbst nicht betroffen ist, weiß man gar nicht, dass Efteling so etwas bietet.


    Gerade deshalb aber finde ich es aber so wichtig, dass der Park an sowas denkt. Einen Ausflug planen, wenn man besondere Hilfseinrichtungen benötigen könnte, schließt viele Ziele von vornherein aus. Selbst wenn man dieses WC am Ende doch nicht gebraucht hat, war aber wichtig zu wissen, dass es da ist und man es nutzen kann, wenn man muss. Selbst kleinere Einschränkungen machen die Planung eines Ausfluges zu einer Herausforderung, an der man letztlich in vielen Parks scheitern wird.


    Ich sehe das bei mir selbst. Ich hab jetzt ein gewisses Alter erreicht, in dem meine chronische Erkrankung, mit der ich bisher kaum Probleme hatte letztlich doch mehr und mehr Einfluss auf mich und meine Bewegungsfreiheit hat. Ich habe eine Neuropathie in meinem linken Bein, was bedeutet, dass ich jeden Ausflug besonders planen muss. Ich kann nicht mehr lange stehen, ich muss regelmäßig das Bein entlasten, habe Gleichgewichtsprobleme auf verschiedenen Untergründen. Das sind alle eigentlich Kleinigkeiten, aber ich muss sie einplanen, damit ich den Tag im Park auch genießen kann. Ich weiß genau, wo ich eine Bank finde, wo eine Toilette zu finden ist oder welchen Weg ich eher nehme, weil er für mich angenehmer zu Laufen ist. Das ist ein nicht unerheblicher Aufwand den ich dafür betreiben muss.


    Und jetzt stell dir einfach mal vor, du hast ein Kind mit speziellen Bedürfnissen, bei denen ein einfaches WC nicht mehr hilft, weil du das Kind auf die Toilette begleiten musst. Das scheitert oft schon daran, dass die Kabine nicht breit genug ist, um sich zu zweit darin aufzuhalten. Dann sitzt das Kind vielleicht in einem Rollstuhl oder in einem speziellen Kinderwagen, den du aber nicht in die WC-Räume bekommst. Jeder "Notfall" wird zur Herausforderung, die erstmal bewältigt werden will. Und dann gibt es da jetzt diese Toilettenanlage, die genau dieses Problem beseitigt. Das ist nicht nur eine unglaubliche Erleichterung für das Kind mit Behinderung, es nimmt auch den Eltern eine gewaltige Last von den Schultern, sich nicht Gedanken darum machen zu müssen, wie sie im Fall der Fälle mit dem zurechtkommen m üssen, was halt so üblicherweise an Toiletten vorzufinden ist. Dieses "ich muss mir keine Gedanken machen" nimmt dir so viel Sorgen und Angst. Das kann man als nicht betroffener Besucher glaub ich gar nicht so einschätzen, wie viel das bedeutet.