Farb- und Formensprache - Das Geheimnis hinter dem typischen Efteling-Look

  • Ich glaube dazu nimmt man sich auch wegen der Attraktionen einfach zu wenig Zeit. Wirklich entdecken kann man den Park eigentlich erst, wenn man mal einige Tage dort verbringt und dann einfach auch Zeit hat alles mal genauer anzusehen. Eben weil dieser Druck so viele Attraktionen wie möglich fahren zu müssen / wollen einfach nach einer Weile abebbt und man plötzlich auch mal abseits der Attraktionen neue Dinge wahrnimmt. Man muss sich einfach Zeitnehmen, sich Zeit lassen... einfach mal ihrgendwo sitzen und den Massen zusehen und dabei bemerken, durch welchen Raum diese Massse sich bewegt, wie alles funktioniert, wie es aussieht, womit es Ähnlichkeiten hat...


    Dass man dabei so viele Besonderheiten und Eastereggs entdecken kann liegt dann an der Kreativität und dem speziellen Humor der Mitarbeiter. So findet man zum Beispiel im Ruigrijk einen erste-Hilfe-Posten mit dem Namen "Doktor van Tuijnpavillion", einen Verweis auf den Hausarzt Dr, Karel Tuijn, der in den 60er bis 90er Jahren viele Patienten in Kaatsheuvel versorgte und der auch die Schulung des efteling Personals zur Ersten Hilfe versah. Selbst wenn man das nicht weiß, kann man aber den Namen lesen und ich gebe zu, dass es mich Jahre gekostet hat, die Verbindungslienie zu ziehen, aber im Haus von Rotkäppchesn Großmutter steht ein Tiegel mit Hustensaft, angerührt von Dr. van Tuijn.


    So etwas entdeckst du nicht, wenn du dir nie die Zeit nimmst hinzusehen. Selbst größere Verweise fallen vielen nicht auf. In den indische Waterlelies sieht man einen Palast im Hintergrund und eigentlich sollte man den sofort als den Palast des fliegenden Fakirs wiedererkennen, doch vielen entgeht der Hinweis auf das hinter der Halle stehende Märchen. Es macht einfach Spaß diese kleinen Dinge zu entdecken und solche Querverweise gibt es im Park wirklich viele und nicht alle sind immer ganz offensichtlich. In der Schatzkammer von Willem van der Decken findet man zum Beispiel das Heckbild vom Halve Maen, in der des Paschas liegen Dukaten vom Eselchen Streckdich... und von den hunderten Verweisen in Symbolica fange ich erst gar nicht an...

    • Official Post

    Wenn ich das richtig interpretiere könnte man 100 virtuelle Geocaches in Efteling verstecken und nur einer entdeckt dann alle: Dui!

  • Oh, es gibt tatsächlich Geocaches in und um Efteling... aber ist das überhaupt noch ein Trend? :denk2: Ich dachte die Zeit ist inzwischen wieder vorbei.


    Efteling ist eine Welt voller Wunder und dass sie mit diesem Slogan auch für sich Werbung machen, ist absolut gerechtfertigt. Und da Disney sich so langsam von der eignen Magie verabschiedet, darf man sich vielleicht bald auch wieder mit Stolz auf seine eigene Magie stützen, die ja in Efteling überall vorhanden ist, aber als "Marke" noch immer von Disney gehalten wird.

  • Im Haus der Fünf Sinne wird gerade gebarbeitet und vieles verändert, dabei wird auch das Farbschema angepasst. Bisher dominiert ja ein sehr helles Beige mit grünen und goldenen Akzenten, die neuen Bauten (Kassen und die Wandelwagenausgabe etc.) haben aber ein deutlich anderes Schema. Der Grundton ist ein sattes Pieckblau, was allerdings für Puristen (zu denen ich mich in 80% aler Fälle durchaus auch rechnen würde) so nicht stimmt, der Lack ist nämlich hochglänzend, was die Wahrnehmung und Wirkung der Farbe in den grünen Bereich verschiebt. Mir gefällt das neue Farbschema trotzdem und es wirkt auch deutlich stimmiger im Gesamterlebnis Hius van de vijf Zintuigen. Auch die alten Kassenhäuschen werden wohl demnächst noch neu gestrichen und dem neuen Farbschema angepasst.

  • In den letzten Jahren wird ein anderes Gestaltungsmerkmal des Parks immer dominanter, obwohl es eigentlich schon immer seine Grundlage war: die Natur. Im speziellen die Landschaftsgestaltung. Die alpine Landschaft von Max & Moritz ist dabei die größte und vielleicht auch am ehesten von den Besuchern bemerkbare Gestaltung des Parks. Generell findet ja in der gesamten Parkfläche ein Umbruch statt: mehr ganzjährig grüne Bepflanzung, mehr thematisch passende Bepflanzung.


    Das wird auch beim Übergang zwischen eben dem Powered Coaster und dem in direkter Nachbarschaft entstehenden Danse Macabre sehr deutlich, wie durchdacht das Gärtnerteam von Efteling die Bepflanzung plant. hier findet ein Übergang zwischen Voralpin und düsterem Schauderwald statt, der zwar noch deutliche Sichtachsen zur Abteiruine offen lässt, die beiden Bereiche aber trotzdem deutlich voneinander trennt und sie geschickt ineinanderübergehen lässt. Dabei treffen an dieser Stelle ja auch noch die Ausläfer der Warteschlange zu Fabula auf diese beiden Landschaften und die sind ja eher von Babmbus und indischen Ruinen gekennzeichnet.


    Man merkt, dass aus dem "wir lassend den Wald mal wachsen" in den letzten beiden Jahrzehnten ein deutlich geplanteres und vor allem hochimersives Landschaftsgestalten geworden ist. Und damit wird es natürlich auch ein Mittel des Hausstils. es bleibt aber noch abzuwarten, wie der sich noch entwickeln wird. Besonders gespannt bin ich dabei auch auf die Umgestaltung von Pirana, mal sehen ob Efteling da ein bisschen mittelamerikanisches Flair zaubern wird.