De rode Schoentjes

  • Es war einmal... DIE ROTEN SCHUHE - die Efteling Story



    Efteling - Infos

    Märchennummer 6
    Baujahr 1953
    Hersteller  Peter Reijnders (Technik) 
    Designer  Anton Pieck 
    Besonderheiten  - Soundtrack: Jan van Oort - Klompendans 
    Basiert auf dem Märchen von Hans Christian Andersen


  • Kurenai

    Changed the title of the thread from “Die roten Schuhe” to “De rode Schoentjes”.
  • Nun, in Andersens Märchen tut er das tatsächlich.


    Die alleine tanzenden Schuhe verzaubern heute noch immer die Besucher, da kaum jemand den doch recht einfachen Mechanismus unter der Tanzfläche kennt. Das Märchen hat gleich mehrfach Bedeutung für Efteling, denn der Auftakt für den Park war eine Ausstellung im Jahr 1949 auf dem Parkgelände. Recht einfach auf den Punkt gebracht hieß sie "De Schoen", was so nichts anderes als "Die Schuhe" bedeutet und ein Spiegelbild der damaligen Schuhmode wiedergab.


    Außerdem war der Vater von Hans Christian Andersen Schuhmacher, weshalb in seinen Märchen ein besonderes Augenmerk oft auf den Schuhen liegt, die er beschreibt oder deren Fehlen er anmerkt. Daher also auch ein Märchen über Schuhe. Bemerkenswert ist hier auch, dass Karin, das Mädchen dem die Schuhe gehören, nur als eine Zeichnung auf der Wand auftaucht. Die roten Schuhe sind demnach eine Märchenszene ohne die Hauptfigur des Märchens.


    Nun habe ich anfangs den Mechanismus erwähnt und möchte hier niemanden spoilern, daher das ganze nur auf ausdrücklichen Wunsch sichtbar: :censored:


    Man kann übrigens auch in den Schräken der Hotelzimmer auf ein Paar roter Schuhe treffen, wenn man Glück hat. :hihi:

  • Gibts die Roten Schuhe auch nach der Renovierung? Ist glaub ich noch gar nicht bekannt. Fand es aber lustig, dass man die Schuhe aus dem Märchenwald dann im Schrank findet.


    Ich spoiler jetzt trotzdem über den Mechanismus :P

    Mit Magnete sollte jedem klar sein, aber dass es sich quasi um eine Uhr handelt war mir nicht klar. Auch nicht, dass diese elektrisch gesteuert sind um sie ein und aus zuschalten. Es ist so simpel, aber darauf muss man erst einmal kommen.


    Um das Märchen stehen immer Leute rum obwohl es für die heutige Zeit eigentlich langweilig ist. Immerhin bewegen sich nur Schuhe auf der der Platte. Da tut sich bei anderen Märchen viel mehr und trotzdem sind viele davon fasziniert.

  • Efteling-Magie halt. Mit kleinen Mitteln große Wirkung erzielen. Und diese beiden Schuhe... ich geb dir den Tipp, mal ganz früh am Morgen, direkt nach der Öffnung des Parks über den Schleichpfad dorthin zu wandern. Wenn du der erste Mensch bist, der dort hin kommt, der leere Märchenwald und dann diese beiden kleinen roten Schuhe auf der Tanzfläche... die sich von selbst bewegen... es ist sogar dann faszinierend, wenn man den technischen Trick dahinter kennt. Es ist einfach überzeugend, besser: einfach und deshalb überzeugend.

  • Von den Schuhen gibt es auch eine Spieluhr zu kaufen. Hatte sie schon öfter stehen sehen, aber nie mitgenommen, weil ich sie langweilig fand. Letztens bestellte ich sie dann doch mit und bekam da erst raus, dass die Schuhe lose auf der Tanzfläche sind und mittanzen. So wie das Original eben. Das hat man auf den Bildern vorher nie gesehen und bin so froh, diese doch gekauft zu haben. Sogar in der kleinen Version ist die Technik faszinierend. Klar weiß man wie es funktioniert, aber die Musik und die Bewegungen im eigenen Wohnzimmer zu sehen und zu hören ist einfach nur wunderschön.

  • Wie alle Märchen von H. C. Andersen, hat auch die Geschichte von den Roten Schuhen einen eher düsteren Hintergrund. Der Soldat schneidet dem Mädchen die ewig tanzenden Schuhe von den Füßen (im Orginal schneidet er ihr die Füße samt Schuhen von den Beinen). Doch um an die Wurzeln des Märchens zu gelangen, müssen wir ins Jahr 1518 nach Straßburg. Damals kam es zu einem bis heute nicht aufgeklärtem Vorfall, bei dem Menschen tagelang in nicht zu stoppende Tänze verfielen. den Berichtenh nach tanzten sich dutzende Menschen dabei zu Tode.


    Angeblicher Auslöser war ein Fluch des in der Region verehrten Heiligen Veits als Strafe für das Liebäugeln der Straßburger mit dem Protestantismus Martin Luthers. Die Legende des Veitstanzes als ansteckende Krankheit war geboren. Darauf dürfte auch das Märchen von den Roten Schuhen basieren. Und daher dürfte auch die so markante Fabre der Schuhe stammen, denn um die Menschen vom Veitstanz zu heilen und ihr Leben zu retten, mussten sie zu einer Grotte etwa 50 km von Straßburg entfernt pilgern und dort in roten Schuhen dreimal um den in einer dem heiligen Veit geweihten Kapelle in der Grotte stehenden Altar tanzen.


    Der Legende nach fielend en Tanzenden danach die Schuhe ab und sie konnten erschöpft zu Boden sinken und endlich mit dem Tanzen aufhören. Auch hier also wieder mal ein Märchen mit einem zutiefst katholischen Hintergrund.